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Demokratie und Digitalisierung

Design
Digital Design
Master

Digitalisierung der Wahlverfahren in der Justiz – ein Designblick

Die Justiz in Baden-Württemberg will ihre Wahlverfahren digitalisieren und vereinfachen. Was bedeutet das für die Gestaltung digitaler Systeme und wie können Gestalter*innen dazu beitragen, digitale Verfahren für alle Beteiligten verständlich und nutzbar zu machen?

Digitale Verfahren als Gestaltungsaufgabe

Die Landesregierung Baden-Württemberg setzt verstärkt auf digitale Verfahren zur Modernisierung von Verwaltungsprozessen – ein Beispiel sind die Pläne zur Digitalisierung der Wahlverfahren in der Justiz, mit dem Ziel, die Abläufe zu vereinfachen und effizienter zu gestalten. Solche Vorhaben sind Teil einer breiteren Entwicklung hin zu digitalen Systemen, die zunehmend auch in staatlichen Kontexten Entscheidungen und Beteiligung organisieren. 

Für Digital Designer geht es dabei nicht nur um technische Umsetzung. Digitale Wahlverfahren betreffen Menschen, ihre Rechte, Transparenz und Nachvollziehbarkeit – Aspekte, die sich nicht automatisch aus Technologie ergeben, sondern durch Gestaltung nutzerorientiert und barrierefrei gelöst werden. 
Ein Interface ist nicht nur eine Oberfläche, sondern ein System, das Regeln, Abläufe und Erwartungen kommuniziert. Zugänglichkeit, Verständlichkeit und Vertrauen sind hier keine add-ons, sondern zentrale Designfragen um demokratische Teilhabe zu gewährleisten.

Vor diesem Hintergrund wird zunehmend diskutiert, wie digitale Verfahren im öffentlichen Raum gestaltet werden sollten: 

  • Wer definiert die Informationsarchitektur?
  • Wie werden Nutzer geführt?
  • Und wie können inklusive Lösungen entstehen, die unterschiedliche Nutzergruppen berücksichtigen?

Projekte an der Schnittstelle von Design und Demokratie

Solche Diskussionen stehen auch im Mittelpunkt des Masterstudiengangs Digital Design. Hier wird gefragt, wie digitale Systeme entworfen werden müssen, um nicht nur funktionsfähig, sondern auch verstehbar, nutzbar und verantwortungsvoll zu sein – gerade dort, wo sie demokratische Prozesse berühren. So entstehen Projekte für einfachere Prozesse im Jugendrat Stuttgart, oder Aufklärung zu Microrassismus im Netz oder zu mehr Kandidatentransparenz bei Wahlen. Dies sind Themen zu denen wir Digitale Lösungskonzepte entwickeln. 

Autor/in

Prof. Bettina Tabel